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Debian lenny unter nForce 570 SLI und AMD dual core 6000+

Veröffentlicht am 1. Oktober 2007. Zuletzt aktualisiert am 28. April 2008.

In diesem Artikel beschreibe ich meine Erfahrungen mit der Installation und Konfiguration von Debian lenny (am 10. Oktober 2007 im testing Zweig) auf einem neuen PC mit einem ASUS M2N-SLI Deluxe Mainboard (nForce 570 SLI Chipsatz) und einem AMD dual core 6000+ Prozessor. Eingebaut waren zwei 250 GB und eine 400 GB Festplatte, sowie 2 GB Arbeitsspeicher. Außerdem habe ich den auf dem Mainboard befindlichen RAID-Controller NVIDIA MediaShield ausprobiert.

Das gesamte Projekt unterliegt der GNU General Public License.

Inhaltsübersicht

  1. Informationen zur Hardware
  2. Installation
  3. Kernel selbst kompiliert
  4. Strom sparen mit cpufreq
  5. RAID
  6. Fazit

Informationen zur Hardware

 

Prozessor AMD Athlon64 X2 6000+ 2x3000MHz 2x1024kB AM2
Mainboard ASUS M2N-SLI Deluxe
Chipsatz nForce 570 SLI
on-board RAID Controller NVIDIA MediaShield
RAM 2 x 1024MB Infineon(Qimonda) DDR2 800MHz CL5
Festplatte 400GB Samsung HD403LJ 7200rpm SATA2 16MB, 250GB Samsung HD250HJ 7200rpm SATA 8MB (zweimal)
DVD-ROM LG GDR-H20NB 16x/52x SATA

 

Installation

Die Installation erfolgte mit einer netinstall i386 CD von der offiziellen Debian-Homepage. Ich verwendete nicht die amd64 Architektur, weil ich damit bisher die Erfahrung gemacht habe, dass zahlreiche Software dafür nicht vorhanden, bzw. nicht vorkompiliert war (zum Beispiel Skype).

Die Installation erfolgte ohne besondere Vorkommnisse. Jedoch stellte ich danach fest, dass nur ein Kern der CPU und nur 1 GB Arbeitsspeicher verwendet wurde. Somit war es notwendig einen eigenen Kernel zu kompilieren. Alternativ kann man auch selbst einen offiziellen Debian-Kernel mit SMP und bigmem Unterstützung installieren, so einen konnte ich aber nicht für die AMD-Architektur finden und außerdem geht das Kernel-Kompilieren unter Debian ganz, ganz einfach - siehe nächstes Kapitel.

Kernel selbst kompilieren

Im Kernel musste ich nur den SMP- und bigmem-Support aktivieren. Dazu müssen die Pakete libncurses5-dev und kernel-package installiert sein. Dann habe ich den neuesten Kernel von http://www.kernel.org heruntergeladen und nach /usr/src kopiert. Danach ging es wie folgt weiter, wobei das Kernel-Archiv den Dateinamen linux-2.6.23.tar.bz2 hatte:

  tar xjf linux-2.6.23.1.tar.bz2
  mv linux-2.6.23.1 linux-2.6.23.1-my-pc-1_custom.1.0
  rm linux
  ln -s linux-2.6.23.1-my-pc-1_custom.1.0 linux
  cd linux
  make menuconfig
  

Dort unter Processor type and features --> Processor family (Opteron/Athlon64/Hammer/K8) aktiviert. Sowie Processor type and features --> High Memory Support (4GB) und Processor type and features --> Symmetric multi-processing support. Danach zweimal kurz hintereinander Escape drücken und die neue Konfiguration speichern lassen. Mit dem folgenden Befehl wird der neue Kernel kompiliert und anschließend installiert:

  make-kpkg --append-to-version=-my-pc-1 --revision=custom.1.0 initrd kernel_image
  cd ..
  dpkg -i linux-image-2.6.23.1-my-pc-1_custom.1.0.deb
  

Neustarten und fertig!

Strom sparen mit cpufreq

Damit man in den Genuss von flexiblen CPU-Frequenzen und damit Strom sparen und weniger Abwärme erzeugen kann, muss zunächst die Unterstützung vom Kernel sichergestellt werden und anschließend die richtige Software installiert werden.

Im Debian-Kernel sind die richtigen Optionen bereits vorkonfiguriert. Möchte man sich jedoch vergewissen, so aktiviere man Power management options (ACPI, APM) --> CPU Frequency scaling --> CPU Frequency scaling (mit ACPI support) und Power management options (ACPI, APM) --> CPU Frequency scaling --> ondemand cpufreq policy governor.

Damit das kompilierte Modul beim Hochfahren auch geladen wird, füge man es zu /etc/modules hinzu:

  loop
  sbp2
  powernow-k8
  

Dann müssen noch die Pakete cpufreqd und cpufrequtils installiert werden:

aptitude install cpufreqd cpufrequtils

Und schließlich muss noch cpufreqd konfiguriert werden. Dazu sollte man zunächst das System neustarten. mit cpufreq-info sollte sich dann die aktuelle Frequenz erfragen lassen:

$ cpufreq-info
cpufrequtils 002: cpufreq-info (C) Dominik Brodowski 2004-2006
Report errors and bugs to linux@brodo.de, please.
analyzing CPU 0:
  driver: powernow-k8
  CPUs which need to switch frequency at the same time: 0 1
  hardware limits: 1000 MHz - 3.00 GHz
  available frequency steps: 3.00 GHz, 2.80 GHz, 2.60 GHz, 2.40 GHz, 2.20 GHz, 2.00 GHz, 1.80 GHz, 1000 MHz
  available cpufreq governors: powersave, ondemand, conservative, userspace, performance
  current policy: frequency should be within 1000 MHz and 3.00 GHz.
                  The governor "ondemand" may decide which speed to use
                  within this range.
  current CPU frequency is 1000 MHz (asserted by call to hardware).
analyzing CPU 1:
  driver: powernow-k8
  CPUs which need to switch frequency at the same time: 0 1
  hardware limits: 1000 MHz - 3.00 GHz
  available frequency steps: 3.00 GHz, 2.80 GHz, 2.60 GHz, 2.40 GHz, 2.20 GHz, 2.00 GHz, 1.80 GHz, 1000 MHz
  available cpufreq governors: powersave, ondemand, conservative, userspace, performance
  current policy: frequency should be within 1000 MHz and 3.00 GHz.
                  The governor "ondemand" may decide which speed to use
                  within this range.
  current CPU frequency is 1000 MHz (asserted by call to hardware).
    

Verändert sich die Frequent auch unter Vollauslastung nicht, so müssen Änderungen an der Datei /etc/cpufreqd.conf vorgenommen werden. Dort kann man das zu verwendende Profil einstellen und welcher governor verwendet werden soll. Bei mir ist ondemand eingestellt, weil damit die Frequenzen automatisch angepasst werden. Hier ist meine cpufreqd.conf.

RAID

Ich wollte unbedingt ein RAID 0 ausprobieren. Musste aber, nachdem ich schon zwei gleiche Festplatten gekauft hatte, feststellen, dass auf dem Board nur ein billiger RAID-Controller drauf ist, der Software Unterstützung braucht. Er braucht also Treiber die im Betriebssystem laufen. Dazu musste ich lediglich das Paket dmraid installieren. Das Ergebnis war aber sehr enttäuschend. Schlechtere Leistung als bei einer Platte allein und dabei eine fast hundertprozentige Auslastung des Prozessors. So ein Schwachsinn muss nicht sein, gleich wieder weg damit.

Fazit

Die Installation verlief eigentlich problemlos. Lediglich um die volle Leistung aus dem Prozessor und dem Arbeitsspeicher herauszuholen musste ein neuer Kernel kompiliert werden, was jedoch unter Debian kein großes Problem darstellt. Nur bei RAID bin ich sehr enttäuscht, was aber an dem Controller liegt und nicht an Debian.

28. April 2008, http://www.pussep.de/anton/projects/debian_m2nsli_deluxe/index.html