3. Einkommen und Beschäftigung

  3.1   Problemstellung  
  3.2   Keynes' Beschäftigungstheorie und die Klassiker  
  3.3   Beschäftigung  
  3.3.1   Beschäftigungsgruppen  
  3.3.2   Beschäftigungskennziffern  
  3.3.3   Arbeitsmarkt  
  3.3.3.1   Arbeitslosigkeit  
  3.3.3.1.1   Keynes und die Klassiker: Ursachen der Arbeitslosigkeit  
  3.3.3.1.2   Formen der Arbeitslosigkeit  
  3.3.3.1.3   Bekämpfung der Arbeitslosigkeit  
  3.4   Bestimmungsgrößen der Beschäftigung  
  3.4.1   Konsum- und Sparfunktion  
  3.4.2   Investitionsfunktionen  
  3.4.2.1   Investitionseffekte  
  3.4.3   Gleichgewichtseinkommen  
  3.4.3.1   Multiplikatoreffekt  
  3.4.3.1.1   Statisches Gleichgewichtsmodell  
  3.4.3.1.2   Dynamisches Gleichgewichtsmodell  
  3.4.3.1.2.1   Robertson-Lag  
  3.4.3.1.2.2   Lundberg-Lag  
  3.4.3.2   Akzelerator  
  3.4.3.3   Verknüpfung von Multiplikator und Akzelerator  

3.1 Problemstellung

Kumulativer Prozess (bildlich) Es geht um das Problem des zirkulären Zusammenhangs zwischen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, der Produktion, der Beschäftigung und des Volkseinkommens. Veränderungen einer dieser Variablen bewirken Änderungen der anderen, diese Wirkung setzt sich weiter fort (kumulativer Prozess). Es stellt sich also die Frage, wie sich eine Veränderung einer dieser Größen auf die anderen (und damit auch sich selbst) im Endeffekt auswirkt.

3.2 Keynes' Beschäftigungstheorie und die Klassiker

3.3 Beschäftigung

Mit Beschäftigung wird im Allgemeinen die Auslastung der Produktionsfaktoren einer Volkswirtschaft ausgedrückt. Im engeren Sinne bezieht sich Beschäftigung auf den Produktionsfaktor Arbeit.

3.3.1 Beschäftigungsgruppen

Die folgende Grafik zeigt die verschiedenen Beschäftigungsgruppen, ausgehend von der Gesamtbevölkerung eines Landes wird die Unterscheidung nach unten hin immer weiter verfeinert.

Wohnbevölkerung (Gesamtbevölkerung eines Landes)
Erwerbsbevölkerung (zwischen 15 und 65 Jahren)
Erwerbspersonen (an einer Beschäftigung Interessierte)
Erwerbstätige, unterteilbar in:
  • abhängig Beschäftigte
  • Selbstständige
  • mithelfende Familienangehörige
Erwerbslose (solche ohne Arbeit)
(registrierte) Arbeitslose (Personen, die sich beim Arbeitsamt als arbeitslos gemeldet haben)

Die Zahl der "registrierten" Arbeitslosen vermittelt kein exaktes Bild der Arbeitslosigkeit in einer Volkswirtschaft, so ergeben sich gewisse Einschränkungen in der Aussagefähigkeit der amtlichen Arbeitslosenstatistik. So gibt es auch die "verdeckten Arbeitslosen", die sich nicht registrieren lassen und es gibt "unechte Arbeitslose", die zwar registriert sind, an einer Beschäftigung aber nicht interessiert sind.
Die Größe "abhängige Erwerbspersonen" umfasst abhängig Beschäftigte sowie alle Arbeitslosen.

3.3.2 Beschäftigungskennziffern

  1. Erwerbsquote = Erwerbspersonen * 100 / Wohnbevölkerung
  2. Erwerbsintensität = Erwerbspersonen * 100 / Erwerbsbevölkerung
  3. Beschäftigungsniveau = Erwerbstätige * 100 / Erwerbsbevölkerung
  4. Arbeitslosenquote = Zahl der registrierten Arbeitslosen * 100 / Zahl der abhängigen Erwerbspersonen
  5. Anspannungsindex = Zahl der registrierten Arbeitslosen / Zahl der offenen Stellen

3.3.3 Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt ist Treffpunkt von:

Am Arbeitsmarkt gelten im Prinzip dieselben Gesetze wie am Gütermarkt (in Bezug auf Angebot und Nachfrage). Bei Gleichgewicht von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage herrscht Vollbeschäftigung.

3.3.3.1 Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit liegt vor, wenn ein Teil der arbeitsfähigen und arbeitswilligen Arbeitnehmer keine Beschäftigung findet.

3.3.3.1.1 Keynes und die Klassiker: Ursachen der Arbeitslosigkeit

  1. klassische Arbeitslosigkeit: Reallöhne sind höher als der Gleichgewichtslohn, dadurch werden die Unternehmen nicht das gesamte Arbeitsangebot ausschöpfen. Dadurch werden weniger Güter produziert als Güter nachgefragt werden, da die Unternehmen höhere Kosten erwarten als sie durch den Umsatzprozess einnehmen können. Ursache ist also eine mangelnde Gewinnaussicht bei den Unternehmern.
  2. keynesianische Arbeitslosigkeit: Das Arbeitsangebot überwiegt die Arbeitsnachfrage, auf dem Gütermarkt überwiegt jedoch das Güterangebot die Güternachfrage oder aber es herrscht Gleichgewicht der beiden Größen bei Unterbeschäftigung. Die Unternehmen werden in dieser Situation nicht investieren, da keine zusätzlichen Güter nachgefragt werden und sie daher nicht erwarten können, sie abzusetzen. Ursache ist also eine zu geringe Güternachfrage.

3.3.3.1.2 Formen der Arbeitslosigkeit

Nach den Ursachen der Arbeitslosigkeit unterscheidet man folgende Formen:

  1. konjunkturelle Arbeitslosigkeit (alle Branchen betreffende Arbeitslosigkeit, Ursache ist eine schwache Nachfrage)
  2. strukturelle Arbeitslosigkeit (verursacht durch Veränderungen in der volkswirtschaftlichen Produktionsstruktur)
  3. saisonale Arbeitslosigkeit (verursacht durch Produktionsschwankungen in bestimmten Branchen, durch Jahreszeiten bedingt)
  4. friktionelle Arbeitslosigkeit (entsteht, wenn Arbeitsplatzwechsel mit Zeitverlusten verbunden ist)
  5. lohninduzierte Arbeitslosigkeit (entsteht, wenn die tariflich oder gesetzlich festgelegten Löhne höher sind als die zu Marktpreisen bewerteten Produktionsergebnisse)

3.3.3.1.3 Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

3.4 Bestimmungsgrößen der Beschäftigung

Generell sind Beschäftigung, Produktion und Volkseinkommen von zahlreichen Faktoren abhängig:

Da Keynes jedoch eine kurzfristige Betrachtung durchführt, wird nur die gesamtwirtschaftliche Nachfrage als Bestimmungsgröße der Beschäftigung verstanden, diese setzt sich aus Konsum und Investitionen zusammen. Die übrigen Bestimmungsgrößen werden bei der Betrachtung als konstant angesehen.
Keynes untersucht nur eine geschlossene Volkswirtschaft ohne staatliche Aktivität.

3.4.1 Konsum- und Sparfunktion

3.4.2 Investitionsfunktionen

3.4.2.1 Investitionseffekte

Führt ein Unternehmen Investitionen durch, so sind damit bestimmte Effekte verbunden, die in der folgenden Übersicht dargestellt sind. Zu beachten ist, dass Nettoinvestitionen sich nach Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen unterscheiden lassen.

Nettoinvestitionen (Arten, Wirkungen, Ursachen, Motive)
Arten Erweiterungs-
investitionen
Rationalisierungsinvestitionen 1 (Substitution von Arbeit durch Kapital) Rationalisierungsinvestitionen 2 (Einsparung von Energie und Rohstoffen) autonome Investitionen (neue Produkte, neue Verfahren) autonome Investitionen im engeren Sinne (durch staatliche Auflagen bedingt)
Wirkungen  
Einkommenseffekt Einkommen steigt Einkommen steigt Einkommen steigt Einkommen steigt Einkommen steigt
Kapazitätseffekt Kapitalstock erhöht sich Arbeitsproduktivität steigt Kapitalproduktivität steigt Kapitalstock erhöht sich Produktionspotential bleibt unbeeinflusst
Beschäftigungseffekt steigendes Arbeitsplatzangebot gleiche Zahl der Arbeitsplätze bei steigendem Output oder weniger Arbeitsplätze bei gleichem Output gleiche oder steigende Zahl der Arbeitsplätze steigendes Arbeitsplatzangebot steigendes Arbeitsplatzangebot
Umwelteffekt belastend, steigender Rohstoff- und Energieverbrauch und erhöhte Emissionen besonders belastend, Ersatz reproduzierbarer durch nichtreproduzierbare Ressourcen, zusätzliche Emissionen positiv, Einsparungen von Energie und Rohstoffen, geringe Emissionen Effekt abhängig vom Produkt und Produktionsverfahren positiv, soweit staatliche Auflagen dem Umweltschutz dienen
Ursachen nachfrageinduziert lohnkosteninduziert energie- und rohstoffkosteninduziert autonom staatliche Vorschriften
Motive Gewinnsteigerung, Konkurrenzdruck, Veränderung der Nachfrage  

3.4.3 Gleichgewichtseinkommen

3.4.3.1 Multiplikatoreffekt

3.4.3.1.1 Statisches Gleichgewichtsmodell

Alle Größen beziehen sich auf denselben Zeitraum, das Volkseinkommen passt sich dem Nachfrageimpuls sofort an.

3.4.3.1.2 Dynamisches Gleichgewichtsmodell

Größen sind unterschiedlichen Zeiträumen zugeordnet, die Anpassung erfolgt also nicht sofort, sondern erst mit einer Verzögerung.

3.4.3.1.2.1 Robertson-Lag

3.4.3.1.2.2 Lundberg-Lag

3.4.3.2 Akzelerator

3.4.3.3 Verknüpfung von Multiplikator und Akzelerator